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Diese Webseite hat auch den Sinn, neue BesucherInnen nach Thielle zu locken: Familien, ernährungsbewusste Menschen, Kultur-Interessierte. 

Unsere schönen Gebäude - das Domzelt, die Halle, die Studios - laden dazu ein, dass in der Nebensaison inspirierende Angebote gemacht werden, auch für Aussenstehende. Übernachtungsgelegenheiten gibt es genug!

Interview Konrad mit Rolando

Thielle-MaturaArbeit von Nicola

Rolandos Artikel "Der ganzheitliche Mensch" als Blog

Der ganzheitliche Mensch

 

Verschiedene Autoren haben vom "neuen Menschen" gesprochen, andere vom "menschlichen Menschen". Ihnen allen ist gemeinsam, dass sei ein anderes, inspirierteres Menschenbild vor Augen haben. Uns allen, den Visionären der neuen Zeit, ist klar, dass sich unser Selbstverständnis bereits sehr gewandelt hat und weiter in atemberaubendem Tempo wandelt.

 

Beginnen wir mit den einfachen Einsichten.

 

Der ganzheitliche Mensch ist in sich konsistent, klar und heiter. 

Wir müssen nicht mehr die Sorge haben, dass dieser Mensch an einem Tag so, am anderen aber völlig anders ist, dass er/sie von Stimmungen beherrscht wird bzw. sich diesen Stimmungen unterwirft.

 

Der ganzheitliche Mensch hat nicht verschiedene Abteilungen in seinem Kopf und Herzen, die miteinander nichts zu tun haben und deren er sich nicht bewusst ist. Vielmehr ist er eins, mit sich selbst eins und nach aussen eins.

 

Wir haben vielleicht schon mal erlebt, bei uns und bei anderen, dass in einem Menschen solche Trennungen auftreten. In einem drastischen Fall können wir von Schizophrenie sprechen, und wir können lächelnd konstatieren, dass unsere Gesellschaft und Geschichte von solchen Schizophrenien geprägt ist, die sich auf den Einzelnen auswirken.

 

Als Beispiel nehme ich die Zigarettenwerbung, die einerseits Zigaretten verkaufen will und andererseits darauf hinweist, dass Rauchen töten kann. Hahahaha!

 

Es wimmelt von solchen Zwiespältigkeiten, und deswegen ist es auf den ersten Blick nicht einfach, ein ganzheitlicher Mensch zu werden.

 

Von Krishnamurti stammt der bemerkenswerte Ausspruch: "Es ist kein Zeichen von Gesundheit, sich in einer kranken Gesellschaft anzupassen."

 

Ich will gar nicht so weit gehen, unsere Gesellschaft als krank zu bezeichnen, da ich lieber Lösungen als Probleme habe. Vielmehr sehe ich viel Gesundes und Gutes, das sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, und ich will diese Elemente stärken, so dass das weniger Gute allmählich verschwindet.

 

Schon Lao-Tse hat, dem Sinne nach, gesagt, dass die Weisheit beim Einzelnen beginnt, sich in seiner Familie etabliert, dann in der Gemeinschaft und schliesslich in der Gesellschaft ausbreitet. Wenn wir also schön zentriert und mit viel Freude vorgehen wollen, dann genügt es völlig, wenn jeder von uns zu einem ganzheitlichen Menschen wird. Diese Ganzheitlichkeit strahlt dann aus auf das Umfeld, und mit der Zeit werden die weiteren Felder erfasst.

 

Es kann sogar hinderlich sein, wenn man sich zu schnell auf gesellschaftliche Reformen stürzt, ohne selbst die inneren Schritte gemacht zu haben.

 

"Die Revolution frisst ihre Kinder" - das haben wir in der Geschichte erfahren. Da folgen wir erst mal gemütlich dem selben Lao-tse, der als eine zentrale Einsicht das "Tun des Nicht-Tun" formuliert und gelebt hat.

 

Wie wir gehört haben, hätte er seine Weisheit gar nicht der Welt geschenkt, wenn ihn nicht eine Grenzwächter darum gebeten hätte, als er China verlassen wollte, um zu sterben. 

Auf Bitten der Grenzwächters schrieb er seine 81 Verse, und das war alles, was er schrieb - mit einer Wirkung über die Jahrtausende!

 

Wenn du also, lieber Leser, lieber Leserin, zu einem ganzheitlichen Menschen wirst oder bereits einer bist, dann dürfen wir dies gehörig feiern, und es ist gar nicht mehr nötig für die Heilung der Gesellschaft. Denn deine Heilung ist die Heilung der Gesellschaft.

 

Wir wissen aus der Quantenphysik und aus dem Konstruktivismus, dass für jeden nur seine eigene Welt Realität hat. Wenn also die eigene Realität ganzheitlich ist, dann ist auch die äussere Realität ganzheitlich.

 

Obwohl dies so ist, hat der ganzheitliche Mensch doch eine Wirkung nach aussen, und natürlich darf er auch Reformen oder gesellschaftliche Inspirationen in die Wege leiten, so lange er/sie in dieser Ganzheitlichkeit bleibt.

Und natürlich darf er überhaupt alles, er darf auch Fehler machen und daraus lernen oder nicht lernen.

 

Welt-Philosophie ist daher einererseits eine Philosophie für die Welt, und andererseits ist sie völlig individuell. Es gibt keine Regeln, keine Moral, keine religiösen gemeinsamen Vorstellungen, sondern nur die völlige Freiheit.

Erste Audio-Ausschnitte der Interviews für das Buch

 

 

Was erlebst du mit steigendem Alter neu? Wie gehst du damit um?

 

K: Ich erlebe dass es keinen Wert hat irgendwie festzuhalten an Vorstellungen, wie man sich konservieren kann. (lacht) - Meine Körperlichkeit entwickelt sich einfach in Richtung Boden. Ich kann nicht mehr einer Illusion nachleben, und das ist unendlich befreiend. Es hat keinen Wert mehr, so zu tun als wäre ich unglaublich begehrenswert. Das ist so lustig! (Beide lachen). Ich mag das sehr, weil es etwas viel Wahreres hat als in dieser definierten Schönheit zu leben. Ich meine nicht die echte Schönheit, ich meine die definierte, vorgeformte Schönheit. Das lässt mir sehr viel Freiraum. Ich komme näher an heran was mich wirklich interessiert. Je älter ich werde, desto frecher werde ich. Ich bin weniger scheu, ich ziehe mich nicht gleich zurück, ich habe nicht so Angst vor Ablehnung. Ich liebe mich mehr. Das ist schon sehr inspirierend. Ich habe gewisse Entscheidungen getroffen - z.B. vorwiegend das zu machen, wozu ich Lust habe. Ich habe wirklich mehr Raum unter den Flügeln, ich habe mehr Luft. Nach und nach sind alle diese Verpflichtungen weggefallen, bis hin zu meiner pflegebedürftigen Mutter, die jetzt auch nicht mehr ist. Die Kinder sind gross. In Bezug auf die Enkel habe ich gesagt, dass ich keine Grossmutter zum Kinderhüten bin. 

Die Lebensverpflichtungen haben mich sehr eingeengt und einen inneren Druck erzeugt, und sie fallen jetzt weg. Nun kann sich der Reichtum ausdrücken. Das ist sehr inspirierend. Ich begegne hier im Paradiesesgarten ausserordentlich vielen Menschen, bei denen ich Resonanz empfinde. Es ist ein Feld der Inspiration im Prozess des Älterwerdens. 

 

...

 

Was erlebst du im Alter neu, und wie gehst du damit um?

 

R: Ich erlebe eine neue Lebensfreude im Alter - eine Erweiterung in jeder Hinsicht. Auch der Körper reagiert darauf: Er wird gesünder, beweglicher. Natürlich wird er auch älter, und da gibt’s auch Einschränkungen, die sich melden. Wenn ich mich aber viel geistig und körperlich bewege, dann wirkt sich das sehr günstig auf den Körper aus. Meine Gesundheit ist viel besser geworden. 

 

Das ist erstaunlich!

 

Ich fühle mich jünger und gesünder als in meiner Jugend.

 

Worauf führst du das zurück?

 

Ich führe es darauf zurück dass ich 100 % Verantwortung übernommen habe für mein Leben. Für alle Themen, die in meinem Leben sind. Das ging nicht einfach nur so. Es steckt viel Arbeit, viel Disziplin, viel Weiterbildung dahinter, so dass sich das Ganze dann wandeln konnte.

 

Du hast es dir selbst geschaffen.

 

Ja. Eigentlich kann es jeder selber schaffen. Man kann sich alle Hilfen holen. Heute gibt es so viele wunderbare Hilfen. Ich habe relativ jung schon mit Psychotherapie begonnen, weil ich eine schwierige Ausgangssituation aus der Jugend hatte. Ich habe mich dann weiter interessiert, dann alles hat sich ja sehr verändert. Es gibt so viele gute Therapiemöglichkeiten, da bin ich immer weiter gegangen. 

Ich war verheiratet, ich habe zwei Söhne. Nach der Trennung habe ich begonnen, mich aktiv für spirituelle Themen zu interessieren. Philosophische Themen haben mich schon immer interessiert, z.B. auch C.G. Jung. Die Spiritualität war neu für mich. Den Durchbruch habe ich in den 90er-Jahren gemacht mit Jack Spezzano.